Kräuter in La Turbie

Nachdem wir uns ja jetzt endlich in Frankreich befinden, kann ich mich sehr freuen, dass ich hier sehr viele Wildkräuter kenne. Gestern haben wir einen wunderschönen Aussichtspunkt in den Bergen (oberhalb der Bucht von Monte Carlo) besucht, la Turbie, ein nettes kleines, geschichtsträchtiges Städtchen in den Bergen rund um die Cote d Azur (keine Ahnung wo ich die Dacherl und Stricherl auf der Tastatur finde, um es richtig zu schreiben, aber egal, darum geht es ja nicht).

Wir wollen uns ja den Kräutern widmen, die es da so in der Gegend gibt. Am meisten hat mich der Spitzwegerich beeindruckt, ist er schon in meinem Garten sehr hoch, aber da schlägt die Wuchshöhe alles, ich schätze 90 cm war die größte Pflanze. Den Spitzwegerich erkläre ich später noch genauer.
Was habe ich noch entdeckt? Die Malve und den Natternkopf, die Malve kann man vielseitig einsetzen, aus dem Natternkopf fällt mir ganz spontan nur eine Tinktur ein.

Aber nun zum Spitzwegerich:
Der Spitzwegerich war schon immer eine beliebte Heil und Speisepflanze, er war zum Beispiel immer Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagssuppe, die als Dankesmahl der wiederkehrenden Vegetation zubereitet wurde.
Man erkennt ihn an seinen länglichen, lanzenförmigen Blättern, die in einer Rosette, bodennahe wachsen. Auf seinen relativ langen (hier in Frankreich besonders langen) Stielen sitzt die Blüte, die man auf den Fotos gut erkennen kann.
Von seinen Inhaltsstoffen wie Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe und Aucubin kann man auf seine zahlreichen Wirkungen schließen. Er wirkt blutreinigend, wundheilend, antibakteriell, entzündungshemmend und schleimlösend.
Die Ernte ist von April bis Oktober möglich.
Verwendung in der Küche: Die Blätter können roh oder gekocht gegessen werden, roh zum Beispiel in einem Pesto verarbeitet, gekocht entwickelt er ein pilzartiges Aroma. Die Knospen sind der eigentliche Pilzgeschmackslieferant, sie können von April bis Juni/Juli gesammelt und verkocht werden.
Verwendung als Heilpflanze: für heilkundliche Zwecke sammelt man das Kraut von Mai bis September und die Samen von Juli bis Oktober.
Tee: blutreinigend, wundheilend, steigert die körpereigenen Abwehrkräfte.
Die Kardinalsanwendung von Spitzwegerich ist jedoch die Behandlung von Atemwegserkrankungen, er ist schleimlösend und hilft bei Bronchitis, Asthma, Reizhusten etc.
Samenbrei: kann wie Leinsamen bei Verstopfung angewendet werden. Es kann auch ein Frischpresssaft und ein Gurgelwasser hergestellt werden.
Er kann auch als Frischkrautauflage verwendet werden, um zum Beispiel das Anschwellen von Insektenstichen zu vermeiden oder Sonnenbrand zu lindern.

So, und nun wünsche ich euch einen wunderschönen Tag und verspreche euch, es kommen in den nächsten Tagen ein paar interessante Kräuterbeschreibungen dazu.

Bis bald auf dieser Seite, herzlichst
Beate